Angeline Boulley

Firekeeper´s Daughter

Verlag: cbj
Preis: 20,00€
ISBN: 978-3570166017
Altersempfehlung: Ab 14 Jahren

Ich habe dieses Buch wegen des geheimnisvollen Titels und des auffälligen Coverbildes (ein Schmetterling zusammengesetzt aus zwei Gesichtshälften) aus der Bücherei mitgenommen, ohne den Klappentext zu lesen. Eigentlich hätte ich Fantasy erwartet und war dann erstaunt, dass es sich um die Geschichte einer jungen Native American im Jahr 2004 handelt. Daunis ist 18 Jahre alt, ihre Mutter eine Weiße, ihr verstorbener Vater war ein Ojibwe. Von ihm hat Daunis ihr Talent zum Eishockey-Spielen. Noch dazu ist sie sehr klug und eigentlich stehen ihr alle Türen offen. Die junge Frau kämpft aber immer wieder mit ihrer Identität: von den Native Americans als Weiße betrachtet, von den Weißen als Native American ausgegrenzt. Sie liebt ihre Familie über alles, besonders ihren Halbbruder Levi, daher ist es gerade um so schwerer für sie, denn ihr Onkel starb kürzlich (angeblich durch eine Überdosis Meth) und ihre Großmutter hatte einen Schlaganfall. Große Unterstützung findet sie bei ihrer besten Freundin Lily, mit welcher sie durch Dick und Dünn geht und die sie am liebsten mit dem Neuen im Eishockeyteam, Jamie, verkuppeln würde. Doch dann wird Lily erschossen, von ihrem Meth-abhängigen Ex-Freund, und Daunis gerät in einen Strudel unerwarteter Ereignisse. 

 

Ich fand das Buch spannend und die Personen interessant, auch wenn mir Daunis ein wenig zu weise erscheint für ihr Alter. Zu Beginn fiel mir das Lesen relativ schwer, da ziemlich viele Wörter aus der Ojibwe Sprache auftauchen. Zwar gibt es ein Wörterbuch im Anhang, aber man muss immer hin- und herblättern. Ich könnte mir vorstellen, dass es für Leser, die gar keine Hintergrundkenntnisse zum Thema Native Americans im heutigen Amerika besitzen, manchmal schwer ist, alle Hinweise und kulturellen Bezüge zu verstehen. Dann hilft es vielleicht, die im Anhang enthaltene historische Einordnung zuerst zu lesen oder sich zusätzliche Informationen zu besorgen, denn das Buch erklärt nicht immer im Detail, warum manche Dinge in diesem Kulturkreis so funktionieren und nicht anders. Wer aber durchhält, wird mit einer wirklich interessanten Geschichte belohnt und einem Einblick in die Probleme indigener Jugendlicher.