Das Jahr der Wale

Kelly Anderson

Verlag: DROEMER
ISBN:   978-3-426-56737-1
Preis:   24 €

 

Eine Geschichte über die tiefe Verbundenheit zum Meer

Dieses wunderschöne Buch ist mir sofort ins Auge gestochen. Die Farben, das Motiv, die Prägung um den Wal und der Schrift herum, geben dem Buch eine sehr hochwertige Note.

Insgesamt verläuft die Geschichte in zwei Handlungssträngen und teilwiese sind größere Zeitsprünge dabei, wobei ich durch die sehr angenehme Art, wie Kelly Anderson schreibt, zu keiner Zeit aus der Geschichte herausgerissen wurde.

Annie, die Hauptprotagonistin, wird im Meer geboren und wächst mit einer Verbundenheit damit auf, wie es sie wohl kein zweites Mal geben dürfte. Oder doch? Denn was ist mit Ihrer Mutter und mit Walker? Viele Fragen bauen sich beim Lesen auf und egal ob Phantasie, Realität, Gefühle und Träume – all das verschwimmt und Wichtiges scheint zu entgleiten. Ein Hauch Melancholie zieht sich durch die starke Atmosphäre der Geschichte und beschrieben wird nicht nur die tiefe Verbundenheit zum Meer, sondern auch die zweier Menschen zueinander. 

Wie grauenvoll wird es, als ein Tsunami alles zerstört und nun die Angst zurückbleibt vor dem was Annie das Liebste ist. Nicht nur sie steht jetzt vor der Frage, wie es nun weiter gehen soll und welcher Weg nun der beste ist. 

Alles ist sehr bildhaft und emotional beschrieben. Die Zerrissenheit von Annie zwischen Walker und Evan scheint man dabei am eigenen Leib zu spüren. Die Aura, die alles zu umgeben scheint und die Geheimnisse, die die Menschen mit sich tragen holen mich selbst aus meinem Alltag heraus und ich finde die Ablenkung die ich von einem guten Buch erwarte. 

Gegen Ende baut sich eine Spannung auf, mit der man sich fragt ob sich am Ende alles klären oder einen noch mehr verwirren wird. Ich jedenfalls konnte es ab dem letzten Drittel nicht mehr aus der Hand legen und obwohl es einige meiner Fragen offengelassen hat, ist es dennoch in sich sehr stimmig und hat mich ganz wunderbar unterhalten. 

Mir fehlte etwas der Bezug zum Titel aber vielleicht habe ich das auch nicht verstanden. Andererseits gibt es da vielleicht auch nichts zu verstehen, sondern es gilt einfach nur die ganz besondere Geschichte zu genießen und das habe ich definitiv getan. 

Ein tolles Buch für jeden, der weiß, dass es mehr gibt zwischen Himmel und Erde als wir für möglich halten und dass wir nicht für alles eine Erklärung brauchen. 

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