
NON
Adabana
Verlag: Tokyopop
Preis: 9,00€
ISBN: 978-3-7593-0877-1
Jugend Manga
Die 17-jährige Mizuki Aikawa gesteht den Mord an ihrer besten und einzigen Freundin. Doch irgendwas ist an ihrer Geschichte nicht so recht glaubwürdig. Das zumindest findet ihr Anwalt. Für jeden anderen ist sie die eiskalte Mörderin. Doch während ihren Aussagen kommen weitere Grausamkeiten ans Tageslicht. Was ist wirklich in der Nacht und in der Zeit davor passiert? Wie konnte ein junges Mädchen einfach eine Person umbringen?
Ich habe am Anfang gedacht, dass es sich eher mehr um einen Thriller handeln würde, doch ganz schnell wurde mir klar, dass dies nicht stimmt. Aber auch die Bezeichnung “Drama” finde ich, passt nur zum Teil. Es ist eine so krasse Geschichte, die so viele verschiedene Genre in sich vereint und dabei doch so realistisch ist, dass es schon fast unheimlich ist.
Da gibt es einmal Mizuki, bei der man am Anfang schon direkt dachte “Irgendwas stimmt doch nicht.” Und mein Gefühl hat sich nicht getäuscht, wie mir unweigerlich schnell bewusst wurde. Dennoch ist die Spannung die mit jeder Seite stieg immer da gewesen, nie abgeflacht oder hat mich enttäuscht. Im Gegenteil: ich wurde immer wieder “belohnt”, dass es noch spannender wurde. Doch die Frage, was wirklich passiert ist, wurde nicht beantwortet.
Und neben Mizuki gibt es noch Mako. Sie ist wie ein kleiner Sonnenschein, der immer da ist und einen durchs Leben begleitet. Gerade dadurch merkt man einfach, dass die Freundschaft zwischen den beiden Mädchen sehr tief geht und nicht gespielt ist. Weshalb es einfach so unvorstellbar ist, dass Mizuki die Täterin sein soll. Aber dann merkt man, dass hinter dieser fröhlichen Fassade etwas ganz tief verborgen liegt. Man bekommt Einblicke in Makos Leben und Familie, merkt, dass es ihr echt nicht gut geht und hofft einfach nur, obwohl man weiß, dass die Geschichte ja mit ihrem Tod beginnt.
Ganz kurz hatte ich den Verdacht das Mizuki doch die Täterin ist und sie das getan hat, weil sie selber Gefühle für Mako entwickelt hat und Makos damaligen Ex-Freund/Freund aus dem Weg räumen wollte. Doch dann wurde mir ganz schnell bewusst, dass es nicht so war. Ich glaube zwar noch immer, dass Mizuki eigentlich in Mako verliebt war, aber nicht, dass sie deswegen Mako umgebracht hat.
Das was mich an diesem Band aber am meisten erschüttert war, die Tatsache, dass es Anspielungen auf ein wahres Verbrechen hat. Es wird zwar nur in einem Nebensatz erwähnt, aber ich finde es tatsächlich schon sehr krass.
Mich hat die Geschichte auch so sehr gepackt, dass ich sie direkt einmal privat gekauft habe und dabei auch noch richtiges Glück hatte, denn der zweite Band war vergriffen und der Laden, in dem ich es gekauft hatte, hatte den noch auf Lager gehabt. Deswegen weiß ich wie die gesamte Geschichte ausgehen wird und ich kann nur sagen: Die Spannung ist bis zur letzten Seite des dritten Bandes nur am steigen. Nie flacht es ab oder man wird enttäuscht. Eher kam eine Wendung nach der anderen, die meine Spannung angespornt hat und ich konnte keinen der Bände aus den Händen legen. Immer weiter lesen und zum Ende kommen, um alles zu erfahren.
Ich muss allerdings auch sagen, dass diese 3-Band-Reihe keine, wirklich gar keine leichte Kost ist. Ich dachte schon beim ersten Band "Oje, was hab ich da nur geholt". Die Spannung hat mich aber so umgestimmt, dass ich nun denke “Zum Glück habe ich das geholt!” Denn es bringt ein Thema an, was noch immer sehr schnell unter den Teppich gekehrt wird oder es zu einer Täter-Opfer-Umkehr kommt. Und man sollte definitiv kein Auge bei so einem Thema zudrücken. Es sollten viel mehr Menschen offen damit umgehen, damit die richtigen gefasst werden. Und deswegen bin ich auch so froh, dass direkt am Anfang eine Inhaltswarnung kommt, die auf die Seite 196 verweist, auf der die Hilfsorganisation steht, die man anrufen kann. Das ist so ein riesiger Pluspunkt!
Grundsätzlich kann ich sagen, jeder der den ersten Band liest will wissen, wie es zu Ende geht. Denn der Band hört an so einer unmöglichen Stelle auf, dass man sich schon fast gezwungen sieht, weiter zu lesen. Dennoch muss ich sagen, dass es eher eine Geschichte für ab 18 Jahre ist. Genauso sieht es übrigens auch der Verlag. Und das ist wirklich gut so. Denn es wird sehr explizit dargestellt. Aber auch das psychische Leiden wird so gut dargestellt, dass auch alleine deswegen keine Kinder und auch - meiner Meinung nach - Jugendlichen das lesen sollten.
Das schlimmste für mich war allerdings die Tatsache, dass es so realistisch ist, dass es schon fast angsteinflößend ist. Denn so etwas kann immer passieren. Und das macht es für mich umso wichtiger, darüber aufzuklären, Hilfe anzubieten und nicht die Augen zu verschließen. Vielleicht ist es auch eine Art Warnung. Ich weiß es allerdings nicht. Ich weiß nur, dass ich damit eine kurze Reihe gefunden habe, die mir für immer im Gedächtnis bleibt und ich definitiv immer wieder gerne lesen werde!
