
Unser Leseclub Penzberg im Jugendzentrum ist seit Ende November endlich offiziell eröffnet. Die Stadtbücherei Penzberg initiierte den Leseclub, der in Kooperation mit dem JUZE und der Stiftung Lesen stattfindet. Gefördert wird er von „Kultur macht stark“.
Mit dabei war auch der 1. Bürgermeister Stefan Korpan, die Jugendreferenten Anette Völker-Rasor und Sebastian Fügener sowie ein paar Ehrenamtliche der Stadtbücherei Penzberg, die sich im Leseclub engagieren wollen. Und natürlich die Leseclub-Kinder.
Zum Einstieg gab es ein kleines Escape-Game, bei dem die Gäste den Schlüssel zum Leseclub erspielen mussten. Danach folgte eine zauberhafte Kamishibai-Vorführung von „Die große Wörterfabrik“. Bei einem gemütlichen Buffet wurde anschließend noch über den Leseclub, die Ideen dahinter und die Förderung geplaudert.
Der Leseclub ist für alle zwischen 6 und 12 Jahren geeignet. Es werden Spiele gespielt, es wird gebastelt und natürlich vorgelesen und selbst gelesen. Je nachdem, wie gut die Kinder schon geübt sind, nutzen sie dafür die umfangreichen Materialien, die von der Stiftung Lesen ans JUZE geschickt wurden. So ist für jede Lesestufe genügend Material dabei und alle haben Spaß. Immer Mittwochnachmittags um drei und Freitagnachmittags um vier können die Kinder ohne Anmeldung ins Jugendzentrum in der Nonnenwaldstraße 20b kommen und kostenlos teilnehmen. Die Kinder sind frei in ihrer Terminwahl, können also regelmäßig oder unregelmäßig dazustoßen.
Verlag: Rütten & Loening
ISBN: 978-3-352-01027-9
Preis: 22 €
Manchmal begegnet einem ein Buch, das nicht nur gut recherchiert ist, sondern spürbar zu einer echten Passion der Autorin geworden ist. Ein Buch, das reale Schauplätze nutzt, die man selbst kennt und liebt, und dadurch eine besondere Lebendigkeit entfaltet. Genau so ein Buch ist dieses – eines meiner Favoriten.
Schon auf den ersten Seiten spürt man das Herzblut, das die Autorin in die Geschichte von Ebba und Julika gelegt hat. Zwei Frauen, deren nicht einfache Leben durch einen außergewöhnlichen Bernsteinfund miteinander verbunden werden. Die Handlung wird in zwei Zeitsträngen erzählt, die sich am Ende berührend ineinanderfügen. Beide Frauen teilen die Begeisterung für Bernsteine und deren Inklusen – und obwohl ich selbst nie ein großer Fan dieser Steine war, hat die Autorin meine Sicht darauf vollkommen verändert. Meine Großmutter liebte Bernstein, und nun verstehe ich endlich, warum.
Ebba und Julika sind mir schnell ans Herz gewachsen. Ihre Wege, ihre Stärke und ihre Verletzlichkeit wirken authentisch und nah. Dazu kommt die bildhafte Sprache, die mich sofort wieder an Orte versetzt hat, die ich selbst gut kenne: der Timmendorfer Strand, Niendorf, das Brodtener Steilufer, vertraute Lokalitäten – und natürlich die Zimtschnecken. Diese Schauplätze geben der Geschichte eine besondere Tiefe, denn ich weiß genau, welche Ruhe und Kraft das Meer dort schenken kann.
Doch nicht nur die Orte machen das Buch so lebendig. Es sind die vielen kleinen, liebevollen Details, die zeigen, wie aufmerksam die Autorin erzählt. Sei es die Erwähnung einer Sitzplatzreservierung, die verfällt, wenn sich der ICE ändert – solche Kleinigkeiten verleihen der Geschichte zusätzliche Authentizität.
Dieses Buch ist jedoch weit mehr als ein Ostsee-Roman. Es ist eine berührende Geschichte über zwei bemerkenswerte Frauen, deren Schicksale miteinander verwoben sind, lange bevor sie es selbst ahnen. Ein Buch über Leidenschaft, Verlust, Hoffnung – und darüber, wie ein kleiner Bernstein das Leben verändern kann.
Für mich war es ein besonderes Leseerlebnis, das nachhallt und das ich von Herzen weiterempfehle.
