
Unser Leseclub Penzberg im Jugendzentrum ist seit Ende November endlich offiziell eröffnet. Die Stadtbücherei Penzberg initiierte den Leseclub, der in Kooperation mit dem JUZE und der Stiftung Lesen stattfindet. Gefördert wird er von „Kultur macht stark“.
Mit dabei war auch der 1. Bürgermeister Stefan Korpan, die Jugendreferenten Anette Völker-Rasor und Sebastian Fügener sowie ein paar Ehrenamtliche der Stadtbücherei Penzberg, die sich im Leseclub engagieren wollen. Und natürlich die Leseclub-Kinder.
Zum Einstieg gab es ein kleines Escape-Game, bei dem die Gäste den Schlüssel zum Leseclub erspielen mussten. Danach folgte eine zauberhafte Kamishibai-Vorführung von „Die große Wörterfabrik“. Bei einem gemütlichen Buffet wurde anschließend noch über den Leseclub, die Ideen dahinter und die Förderung geplaudert.
Der Leseclub ist für alle zwischen 6 und 12 Jahren geeignet. Es werden Spiele gespielt, es wird gebastelt und natürlich vorgelesen und selbst gelesen. Je nachdem, wie gut die Kinder schon geübt sind, nutzen sie dafür die umfangreichen Materialien, die von der Stiftung Lesen ans JUZE geschickt wurden. So ist für jede Lesestufe genügend Material dabei und alle haben Spaß. Immer Mittwochnachmittags um drei und Freitagnachmittags um vier können die Kinder ohne Anmeldung ins Jugendzentrum in der Nonnenwaldstraße 20b kommen und kostenlos teilnehmen. Die Kinder sind frei in ihrer Terminwahl, können also regelmäßig oder unregelmäßig dazustoßen.
Verlag: dtv
ISBN: 978-3-423-28566-7
Preis: 23 €
Leicht erzählt, tief berührend – ein außergewöhnlicher Einsiedlersommer
Der Einsiedlersommer ist eines dieser seltenen Bücher, die gleichzeitig leicht und tief wirken. Anne Sverdrup‑Thygeson erzählt eine Geschichte, die auf wahren Begebenheiten beruht – und genau das macht ihren besonderen Reiz aus. Nichts wird beschönigt, nichts dramatisiert, und doch entfaltet sich eine Erzählung, die einen sofort in ihren Bann zieht. Ich liebe Bücher, bei denen man parallel recherchieren kann, ob das alles wirklich so passiert ist – und hier ist es besonders faszinierend, wie viel davon tatsächlich der Realität entspricht.
Im Zentrum stehen traumatisierende Familiengeheimnisse, die uns bis zum Schluss begleiten. Trotz dieser schweren Themen bleibt das Buch erstaunlich leichtfüßig. Die Autorin schafft es, die dunklen Momente immer wieder mit Wärme, Humor und einer fast zarten Erzählweise aufzufangen. Für mich war es ein Buch, dass mich richtig entspannt hat und ich konnte alles um mich herum vergessen.
Die Charaktere sind außergewöhnlich lebendig. Man möchte sie umarmen und gleichzeitig schütteln, man versteht sie und verzweifelt an ihnen. Sie sind so echt, so menschlich, mit all ihren Stärken, Schwächen und Fehlern. Ich konnte oft nicht sagen, ob ich sie mag oder nicht – aber genau das macht sie glaubwürdig. So ist das Leben.
Auch stilistisch überzeugt das Buch: ein bezauberndes Cover (auch unter dem Schutzumschlag), kurze Kapitel, die einen immer weiterziehen, eine bildhafte Kulisse und der spürbare Zwiespalt zwischen Mensch und Natur. Man merkt, dass die Autorin weiß, wovon sie schreibt.
Besonders beeindruckt hat mich der Twist am Ende. Ganz anders, als ich erwartet hätte – aber großartig. Sehr realistisch, überraschend und lehrreich.
Dieses Buch hat mir die Augen ein Stück weiter geöffnet: für mehr Achtsamkeit in der Natur und für Gelassenheit gegenüber Dingen, die ich nicht ändern kann. Der Einsiedlersommer wird mich noch lange begleiten. Ein außergewöhnlich schönes, echtes und berührendes Buch.
